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Coach – Beruf oder Berufung?

18. Juli 2010

Immer entflammt aufs Neue die Diskussion darüber, ob Coach eine geschützte Berufsbezeichnung mit vorgeschriebenem Ausbildungsweg sein sollte, um Menschen, die nach Coaching suchen vor „Scharlatanen“ zu schützen.
Ich bin der Meinung, dass das weder möglich noch sinnvoll ist und möchte in diesem Artikel beschreiben warum das so ist.  Ganz voran gestellt sei, dass ich ein Verfechter der „Selbstverantwortung“ bin und unsinnige Beschlüsse und Verordnungen ablehne, die nur einen Zweck erfüllen: Den Menschen unmündig zu machen.

Ein jüngstes Beispiel ist für mich das Ansinnen der Politik Krankenkassen die Übernahme von Homöopathischen Behandlungen zu verbieten. Es ist lange her, dass ich selbst von der Schulmedizin mit einer Diagnose konfrontiert wurde, die mir eine eigentlich schmerzhafte und nur durch Medikamente erträgliche Zukunft bescheren sollte. 1,5 Jahre später besuchte ich erstmals im Leben und auf eigene Kosten einen Heilpraktiker.  Innerhalb weniger Wochen ging es mir erstaunlich viel besser. Die Diagnose stellte sich in den kommenden Jahren auch aus schulmedizinischer Sicht als falsch heraus.  Heute – rund 15 Jahre später – nehme ich, wenn es hoch kommt, zweimal im Jahr eine Kopfschmerztablette ein und fühle mich fit.
Das angestrebte Verbot wird weder die Gesundheit der Bevölkerung verbessern noch die Kosten im Gesundheitssystem senken. Es wird allenfalls der Pharmaindustrie einen neuen Aufschwung bereiten.

Zurück aber zum Coach und der Frage „Beruf oder Berufung?“

Coach heißt in der heutigen Zeit eigentlich nichts anderes als Trainer (wobei der Trainer hierzulande aus dem Bildungsbereich inhaltlich anders belegt ist) und ist aus dem Sport übernommen worden. Ursprünglich bedeutet dieser aus dem Englischen stammende Begriff nichts anderes als Kutsche. Der Begriff beschreibt also ein Instrument / heute eine Person, das/die es Menschen ermöglicht von einem Ort zu einem anderen Ort (im übertragenen Sinn) zu gelangen.

Die erste entlehnte Verwendung des Wortes Coach findet man im Sport. Dort ist der Coach nicht nur Trainer der sportlichen Fertigkeiten, sondern darüber hinaus ist er Begleiter, Motivator und vieles mehr. Der Coach im Sport ist auch Trainer der mentalen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Sportler, die Spitzenleistungen erst ermöglichen.

Spitzenleistungen werden auch von Führungskräften in der Wirtschaft erwartet und so entwickelte sich Ende der 80er Jahre das Coaching für Führungskräfte. Vor diesem Hintergund wird schnell klar, dass der Charakter eines Coachings nicht dadurch gekennzeichnet ist, dass der Coach die Lösungen für Probleme oder Konflikte mitbringt.  Vielmehr ist der Coach ein neutraler Gesprächs- und Interaktionspartner, der seinen Coachees den Prozess der individuellen (Weiter-) Entwicklung eröffnet bzw. erleichtern und begleiten soll.

Das Ziel formuliert der Coachee, der Coach begleitet ihn auf dem Weg als „Reise“-Gefährte. Er ist neutraler Zuhörer, der durch die richtigen Fragen zur rechten Zeit den Blickwinkel des Coachees erweitert und ihn so neue Lösungswege sehen lässt.

In den vergangenen Jahren hat Coaching zunehmend auch in anderen Bereichen als gutes Training für bessere Leistung und Motivation, berufliche und private Entscheidungsfindung, bessere Work-Life-Balance, ein lebendiges Qualitätsmanagement, erfolgreiche Vertriebstätigkeit und vieles mehr erwiesen. Training bzw. Coaching lässt sich fast in jedem Lebensbereich einsetzen, in dem Menschen sich weiterentwickeln möchten.

Ich glaube, niemand wird mir hier widersprechen, wenn ich behaupte, dass es für die vielen Coaching-Bereiche angefangen beim Sport übers Management hin zur Berufswahl und Orientierung oder zu einem besseren Gesundheitsbewusstsein keine allgemeingültige Ausbildung geben kann.

Lästerer zitieren gern den Spruch „Wer nichts wird, wird Wirt. – Wer nicht wird, wird Coach.“ was, wenn Sie sich die Coach-Profile im Coaching-Kompass anschauen, jeglicher Grundlage entbehrt.
Die Mehrzahl aller Coaches sind aktive, lebensbejahende Menschen die sich selbst ständig weiterentwickeln und Freude daran empfinden anderen diesen Weg im Leben auch zu eröffnen.

Also nicht einfach nur ein Beruf sondern eine Berufung?

Während ich von einem Management-Coach oder Führungskräfte-Coach erwarte, dass er über eigene beruflich relevante Erfahrung in diesem Bereichen verfügt und über Weiterbildung das richtige Handwerkszeug für den Coaching-Prozess erworben hat, erwarte ich das genauso von einem Coach, der mich dabei unterstützen soll, dass ich mit der richtigen sportlichen Betätigung, gesunder Ernährung etc. zu einem für mich passenden Gesundheitsbewusstsein finde. Von einem Bewerbungscoach erwarte ich indes, dass er selbst mit dem Thema Bewerbung vom Aussehen und Inhalt der Unterlagen, bis hin zum Vorstellungsgespräch vertraut ist und über beruflich relevante Erfahrungen im Personalumfeld verfügt.

Wie sollte es da für einen Coach ein allgemeingültiges Berufsbild, eine allgemeingültige Ausbildung geben?

Wichtig für Suchende, die Selbstverantwortung übernehmen, ist es daher sich genau zu informieren und sich für den gesuchten Bereich anzuschauen, welchen beruflichen Weg der Coach selbst gegangen ist und welche Methoden er für den Coaching-Prozess erlernt hat. Genauso wichtig ist es natürlich, dass die Chemie zwischen Coachee (dem Menschen, der Coaching in Anspruch nimmt) und Coach stimmt. Die Mehrzahl der tätigen Coaches bietet die Möglichkeit vor dem Coaching ein unverbindliches persönliches oder telefonisches Vorgespräch zu führen.
Erst wenn der Gesamteindruck aus Information und Kontakt positiv empfunden wird, sollte man sich für den Coach entscheiden.

Denn: Coaching ist Vertrauenssache.

Mit dem Coaching-Kompass haben wir (FeelFree Coaching & Consulting) eine Suchmöglichkeit geschaffen, die auf der einen Seite Informationen rund um Coaching-Themen, Coaching-Methoden und eingesetzte Tests bietet und auf der anderen Seite Coach-Profile präsentiert, die das jeweilige Coaching-Angebot, den Werdegang, die Aus- und Weiterbildung, die Motivation des Coachs, seine Honorare und ein klein wenig persönliches enthalten.

Mit dem Coaching-Kompass wollen wir Menschen und Unternehmen die Möglichkeit bieten sich umfassen zu informieren, um die jeweils passende Wahl zu treffen.

www.coaching-kompass.de


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