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DISG®, DISC® und persolog® oder was ist eigentlich was?

13. Juni 2010

Ein über fast 5 Jahre andauernder Lizenzstreit um die Marke DISG® hat im Januar 2010 ein Ende gefunden.  Mit einem Urteil des BGH wurde die Marke DISG® dem amerikanischen Unternehmen Inscape Publishing zugesprochen. Das Unternehmen persolog, das  diese Marke vorher in Deutschland vertrieb, hat bereits im März 2008 aufgrund der möglicherweise zu erwartenden Gerichtsentscheidung den neuen Namen persolog® Persönlichkeits -Profil für das bisher unter dem Namen DISG bekannte  Produkt eingeführt.

Ein Verwirrspiel mit Folgen für Coaches, Trainer, Ausbilder und vor allem für Anwender und Unternehmen.

Es gibt einige Tests, die basierend auf der Arbeit des Psychologen William Moulton Marston von 1928 „Emotion of Normal People“ entstanden sind. Prof. Dr. John Geier entwickelte, nachdem er die Rechte an Marstons Arbeit von dessen Witwe erwarb, das DISC Persönlichkeitsprofil mit den Fragen zur Selbsteinschätzung, wie es in der Ursprungsform allen drei genannten Marken zu Grunde liegt.

Wie es dazu kommen konnte, dass DISG® seit Januar 2010 nicht mehr von der persolog für die in den letzten Jahren vertriebenen Test verwendet werden kann, möchten wir hier versuchen – soweit wir das recherchieren konnten – ein wenig zu erklären.

Ein in Deutschland jahrelang andauernder Lizenzstreit wurde mit einem Urteil des BGH im Januar 2010 entschieden und sprach in diesem Urteil die in Deutschland von der persolog GmbH vertriebene Marke DISG®  dem amerikanische Unternehmen Inscape zu.

Herr Georg Knoblauch hat 1992 die Markennamen DISG® und DISG-Training® in das Markenregister eintragen lassen und im Jahr 2000 die Inhaberschaft auf die DISG Training GmbH  – heute persolog – übertragen.  Seit 2004 stand die persolog GmbH als ausschließlicher Inhaber im Markenregister.

Die DISG Training heute Persolog führte den von Prof. Dr. John Geier entwickelten Test als erster deutscher Lizenznehmer der Carlson Learning in Deutschland ein.   Die Registrierung der Marke DISG® erfolgte seinerzeit, da sich hierdurch eine Buchstaben getreue Übersetzung ergab.

Nachdem die Carlson Learning an die Inscape verkauft wurde, trennte sich der deutsche Lizenznehmer vom neuen amerikanischen Lizenzgeber und schloss sich Prof. Dr. John Geier an, der seine ursprüngliche Testentwicklung in der Geier Learning weiterentwickelte und wurde Lizenznehmer der Geier Learning.

Der Test der auch nach der Trennung vom neuen Lizenzgeber seit ca. 2003/2004 mit eingeflossenen Erweiterungen des Entwicklers Prof. Dr. Geier von der persolog (ehemals DISG Training) in Deutschland als registrierte Marke DISG® vertrieben wurde, enthält recherchierbar zumindest bis 2008 die Weiterentwicklungen von Prof. Dr. Geier, da persolog Lizenznehmer der Geier Learning ist.

Bereits im März 2008 entschloss sich persolog aufgrund der möglicherweise zu erwartenden Urteils des BGH den Test mit den eingeflossenen Weiterentwicklungen unter dem Namen persolog Persönlichkeits-Profil anzubieten. Inscape ist seit 2003/2004 in Amerika und weltweit? Lizenzgeber des DISC® Persönlichkeitstest  in seiner ursprünglichen Form und seit Januar dieses Jahres Inhaber der Markenrechte des Namens DISG. In welcher Form und durch wen eine Weiterentwicklung der Testversionen des DISC seit 2003/2004 bei Inscape erfolgte, konnten wir bisher nicht eindeutig recherchieren. In Deutschland ist der DISC/DISG Persönlichkeitstest über GEDAM, Voss&Partner und das Deutsche Institut für Marketing erhältlich.
(Die obigen Angaben sind frei recherchierbar und besitzen keinerlei Rechtsverbindlichkeit.)

Für Trainer und Anwender der Tests in Deutschland hat das Urteil des BGH eine schwierige Situation geschaffen.

Coaches und Trainer, die sich in den letzten Jahren durch die persolog GmbH oder authorisierte Unternehmen für das von persolog vertriebene DISG Profil zertifizieren ließen, dürfen die registrierte Marke nicht mehr werblich einsetzen und müssten fortan mit dem persolog Persönlichkeitsprofil werben und gleichzeitig erklären, dass die Marke DISG einem anderen Unternehmen zugesprochen wurde und sich hinter dem Namen jetzt ein anderer Test verbirgt.
Die GEDAM versucht derweil den zertifizierten Coaches und Trainern, damit sie den Markennamen weiter nutzen können, die eigene Zertifizierung anzubieten. Ob Coaches und Trainer dieses Angebot nutzen und damit zu einer anderen Form des Tests zurückkehren ist fraglich.

Inscape als Lizenzgeber und GEDAM sowie Voss&Partner und das Deutsche Institut für Marketing als Vertrieb in Deutschland  können den gut in den Markt eingeführten Markennamen fortan in Deutschland für ihr Produkt DISC nutzen. Werbevorteile, die beim Endkunden – Anwender des Test – wohl für ein wenig Verwirrung sorgen werden.

Inscape wurde zwar der Markenname für die Ursprungsform des Tests zugesprochen, der von Herrn Prof. Geier weiterentwickelte Test wird aber weiterhin von persolog als Lizenznehmer der Geier Learning in Deutschland unter dem neuen Namen persolog Persönlichkeits-Profil eingesetzt.

Zur Entstehungsgeschichte des DISC/DISG Persönlichkeitstest finden Sie einen Artikel in Wikipedia.

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5 Kommentare zu “DISG®, DISC® und persolog® oder was ist eigentlich was?”

  1. Voss sagt:

    Möglicherweise können folgende Ergänzungen helfen:
    1. Persolog hat sich den Markennamen ohne Einwilligung des Lizenzgebers eintragen lassen.
    2. Der eingeführte Markenname bezog sich bis zur Trennung ausschließlich auf das original DiSG-Profil unter der Lizenz von Inscape bzw. deren Vorgängern. D. H. Persolog hat erst eine Marke in Lizenz übernommen, und dann später damit ein anderes/eigenes Produkt damit beworben.
    3. Inscape hat die Produkte weiterentwickelt. Trainermaterial und Teilnehmerunterlagen stehen digital zur Verfügung, etc.

  2. Ria Garcia sagt:

    Vielen Dank an Frau oder Herrn Voss für die Ergänzung.
    Soweit wir den unterschiedlichen Quellen im Internet entnehmen konnten, wurde der heute unter dem Namen persolog Persönlichkeitsprofil vertriebene Test von Herrn Prof. Dr. Geier, dem Entwickler des DISG-Profils, weiterentwickelt.
    Für Trainer und Anwender wäre sicher auch interessant zu wissen wie und durch wen der Test bei Inscape weiterentwickelt wurde.
    Können Sie uns da vielleicht weiterhelfen?

  3. Ria Garcia sagt:

    Wir wurden darüber informiert, dass unsere recherchierten Angaben zur Registrierung der Marke DISG in Deutschland nicht ganz korrekt waren und haben diese deshalb heute in unserem Artikel korrigiert.

  4. Voss sagt:

    Inscape beschäftigt eine ganze Mannschaft in der Forschung und Entwicklung. Einzelne Namen sind hier nicht relevant, da das Unternehmen für die Marke steht.
    Zu den Entwicklungen gehört, wie bereits erwähnt:
    Sowohl Trainer- als auch Teilnehmer-Materialien sowie Profile in über 25 Sprachen sind elektronisch verfügbar.
    Bereits vor der Trennung wurde von Inscape der Fragebogen erweitert auf 28 Frage-Gruppen. Eine Qualitätsverbesserung, die der frühere Lizenz Partner DiSG-Training in Remchingen nicht umgesetzt hatte.
    Profile können in einer beliebigen Sprache verfasst werden und paralell (ohne Zusatzkosten) in englischer Sprache bereitgestellt werden. Für die Zusammenarbeit im internationalen Kontext eröffnet dies eine ganz neue Qualität der Nutzung.
    Fragen zum Persolog-Produkt:
    1. Sie verweisen auf die Entwicklungen von Herrn Geier. Die Behauptung ist häufig zu lesen, aber was ist das „neue“ konkret?
    2. Wieviele „N“-Begriffe hat der Persolog-Test bis heute? – vor einiger Zeit waren es noch 25% der Begriffe, die nicht in das Ergebnis-Diagramm einfließen. Ich hoffe sehr, für Anwender, dass hier in die Qualität der Aussagekraft investiert wurde und nicht nur in die Qualität des Papiers. mfg

  5. Ria Garcia sagt:

    Unser Artikel enthält Informationen, die offen im Internet recherchiert werden können und sollte eigentlich zur Aufklärung beitragen.
    Leider setzt sich das über die Kommentierung nicht fort.
    Es wäre schön, wenn in den Kommentaren an die Aufklärung angeknüpft würde.

    Informationen zu Prof. Dr. Geier – der Entwickler des Ursprungsprofils, das offensichtlich beiden Tests zu Grunde liegt – finden sich für alle Interessierten auch auf der Website der Geier Learning: http://www.geierlearning.com

    Wenn die im letzten Kommentar angeführten Erweiterungen des Tests bei Inscape zutreffen, ist die im deutschsprachigen Raum verwendete Werbung
    „Es gibt nur ein Original“ siehe: http://www.disgprofil.eu und „das original DISG-Profil“ siehe: http://www.dim-marketingblog.de/2009/01/10/trainerlizenz-fur-das-original-disc-profil/
    sowohl für Trainer als auch für Anwender / Endkunden irreführend. Es dürfte dann eigentlich nur heißen „basierend auf dem Original“. Oder? Für weitere Aufklärung mit belegbaren Informationen wären sicher alle Anwender und Trainer dankbar.

    Beide Test wurden offensichtlich weiterentwickelt, der eine (persolog bis März 2008 als DISG erhältlich) durch die Geier Learning / Herrn Prof. Dr. Geier und der andere (DISC – heute auch unter DISG erhältlich) durch Inscape.

    Warum scheint es hier nicht möglich, dass Anwendern und Trainern das auch offen und in korrekter Weise kommuniziert wird?

    Weiteren Forschungen unterliegen sicher die Weiterentwicklungen beider Tests. Zum persolog Test haben wir diesen Forschungsbericht gefunden: http://persolog.de/fileadmin/imagesBUH/Broschueren_f_Downloads/Deutsch/Wissenschaftlicher_Bericht_2008.pdf
    Zu einem der Inscape Tests (wir sind hier nicht sicher, wie vergleichbar die Inhalte sind, da dieser Inscape Test sich auf das Management Profil bezieht) haben wir folgenden Bericht gefunden: http://www.corexcel.com/disc-management-validation.pdf

    Es ist etwas unschön, dass hier eine „Wettbewerbsschlacht“ auf dem Rücken/Nicht-Wissen der Anwender und Trainer ausgetragen wird.

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