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Der BLOG zum Coaching-Kompass

Leben wir gegen unsere Natur?

3. Januar 2011

Ein Jahr ist zu Ende gegangen. Der richtige Moment zu reflektieren und unser Leben zu betrachten.

Immer häufiger suchen wir Menschen einen Coach, der uns “ein Stück” begleitet, wenn wir meinen uns verändern zu müssen, oder wenn wir vor neuen Anforderungen stehen. Die geforderte Anpassungsfähigkeit im Rahmen der Globalisierung und der gewandelten Wirtschaft und Gesellschaft überfordert uns oft. Der Coach oder Trainer soll uns fit für die Anforderungen machen, die dieses Leben stellt.

Coaching – ein ständig wachsender Markt und kein Ende in Sicht. Wir brauchen sie, die Coaches, die Menschen, die im Leben aufgrund ihrer eigenen Stärke in verschiedensten beruflichen Bereichen, aufgrund ihrer persönlichen Stärke mit diesem Leben umzugehen und ihrer speziellen Ausbildungen uns helfen uns zu orientieren, damit auch wir den richtigen Weg finden.

Die Nachfrage nach Coaching wächst, ebenso wächst der Zulauf bei Psychiatern. Warum ist das so?

Halten wir den Anforderungen, die an uns gestellt werden nicht mehr Stand, weil wir gegen unsere Natur leben?

Der Mensch hat erstaunliches geleistet in den letzten Jahrzehnten. Technisch. Menschlich sind wir dabei ein wenig auf der Strecke geblieben.  Aber auch den technischen Fortschritt beherrscht der Mensch nicht mit der notwendigen Weitsicht für das Leben unserer Nachkommen, nicht einmal für unser eigenes. Der Mensch hat sich übernommen.

Die Weltbevölkerung ist in den vergangenen Jahrzehnten weltweit explodiert, wenn auch gleichzeitig die Geburten in den Industrienationen zurückgegangen sind und hier eine Überalterung zu verzeichnen ist. Wir müssen keine Kinder mehr bekommen, um unser Alter abzusichern. In Entwicklungsländern ist dieses Denken noch nicht überall angekommen. Es fehlt an Sicherheit im Leben. Da hilft es letztendlich auch nicht kostenlose Verhütungsmittel zu verteilen und über die Nutzung aufzuklären.

Über Jahrzehnte hat der Mensch andere Länder oder Kontinente zu Gunsten der Industrienationen ausgebeutet, statt der weltweiten Menschheit Überlebenschancen einzuräumen.
Wir entdecken die Atomenergie und wenden sie an, bevor wir eine Lösung für deren Abfallprodukte haben. Ein schauriges Erbe für unsere Kinder und Nachfahren.
Wir brauchen für jeden technischen Fortschritt immer mehr Energie und Rohstoffe, ohne uns rechtzeitig Gedanken darüber zu machen, dass diese Rohstoffe endlich sind, während die Weltbevölkerung weiter wächst und noch mehr Energie benötigt.
Statt mehr in regenerative Energien zu investieren, wird Atomstrom gefördert – zugunsten der Betreiber – während für die Gefahren und Lasten das Volk aufkommen soll.

Wir berauben diese Erde immer schneller aller möglichen Rohstoffe, vernichten immer mehr der Natur, die uns eigentlich unseren Lebensraum schenkt und beten das an, was am wenigsten wert ist: Das Geld. Das Geld  einst einfaches Tauschmittel, regiert die Menschen vor allen anderen Bedürfnissen. Ohne das notwendige Geld – ob bar oder als Plastikkarte – können wir nicht leben.
Sobald uns eine wirklich große Katastrophe trifft, die uns von der Stromversorgung trennt, unsere modernen Kommunikationsmittel ausschaltet oder unsere Umwelt verwüstet, werden wir feststellen, dass wir Geld nicht essen können und dass es uns nicht wärmt.

Erderwärmung, Klimawandel, Naturkatastrophen, Demonstrationen, Aufstände, Bürgerkriege, Hunger, Krankheit.

Nichts davon ist in weiter Ferne. Ein Bericht auf der Website der europäischen Union über Umwelt, Sicherheit und Außenpolitik von 1999 lässt uns ahnen, dass keine der dort behandelten Fragen bis heute für uns Menschen gelöst ist.

Selbst in unserem reichen Land steigt die Armut rapide an, während die Reichen immer reicher werden. Angst und Hunger der Menschen werden ausgenutzt, um ihre Arbeitskraft noch billiger zu erwerben.  Damit sie trotzdem überleben können, gleicht der Staat und damit die Menschen, die noch genügend verdienen, um davon eigenständig überleben zu können, die fehlende Differenz aus.  Alles zu Gunsten der Wirtschaft. Die Spirale dreht sich immer schneller.
Aber wer kauft die produzierten Waren und angebotenen Dienstleistungen, wenn das Volk aufgrund fehlender finanzieller Mittel nichts mehr kaufen kann?

Kein Politiker, den wir das Volk gewählt haben, übernimmt die Verantwortung für das Volk und diese Entwicklungen. Da streitet man um die sagenhafte Erhöhung von 5 Euro für das Existenzminimum, die die Preisentwicklungen der letzten Jahre nicht einmal annähernd ausgleichen könnte. Nimmt man allein die gestiegenen Energiekosten der letzten 5 Jahre müsste eine deutliche Erhöhung bei der Berechnung herauskommen.

Wer sich ehrlich auch außerhalb der Mainstream-Medien informiert hat, weiß welch verlogene Debatte geführt wird.

Das Volk wird permanent gegeneinander aufgehetzt, damit niemand begreift, was wirklich vorgeht. Verantwortung übernehmen unsere Politiker für das Volk schon lange nicht mehr, dazu haben sie sich mehrheitlich seit Jahren vielzusehr den Interessen der Wirtschaft verpflichtet.

Vorbilder, die für Wahrheit und Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen stehen, finden sich kaum noch.

Wen wundert es, dass der Wikileaks-Gründer zum neuen Volkshelden avanciert? Wir suchen neue Vorbilder.  Menschen, die uns zeigen, dass noch andere Werte zählen.

Wir formen die Menschen für die Wirtschaft, statt die Wirtschaft im Sinne des Menschen zu formen.

Unsere Kinder schicken wir frühzeitig in den Kindergarten. Unsere Alten geben wir im Heim ab, wenn sie nicht mehr für sich allein sorgen können. Die Arbeitskraft der Frau wurde anderweitig gebraucht: In der Wirtschaft.
Mit dem technischen Fortschritt und der Automatisierung haben wir es versäumt neue Lebenskonzepte zu entwerfen. Die einzige Antwort auf wachsende Arbeitslosigkeit, die Politiker fanden war das Ziel: Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und Vollbeschäftigung.

Das Ziel hätte lauten können oder sollen: Ein Arbeitsplatz sollte generell das Auskommen einer Familie sichern, was beinhaltet, dass einer der Partner (egal ob Mann oder Frau) sich der Erziehung der Kinder und später der Betreuung und Pflege der Eltern widmen kann. Darin hätte auch die Freiheit gelegen, dass der Partner, der sich um die Familie kümmert, sich weiterbildet und/oder in verbleibender Zeit stundenweise Tätigkeiten nachgeht, die er sich frei aussuchen kann.

Heute werben wir mit Frauenquoten. Der nächste Unsinn bahnt sich an. Wir brauchen keine Frauenquoten. Wir brauchen die Anerkennung für Arbeit in der Familie, vor allem auch für Männer. Denn für Männer bedeutet es oft noch einen viel größeren Karriere-Knick, wenn sie sich entscheiden eine Auszeit für ihre Familie zu nehmen.

Unsere heranwachsende Jugend bleibt immer mehr auf der Strecke, weil unsere Lebensentwürfe nicht mehr stimmen. Wer nicht von Anfang an gut durchgestartet ist, lebt mit der Zukunftsvision Hartz IV. Bevormundung, Kontrolle, Ächtung durch Politik, Medien und Gesellschaft.

Das moderne System der Entsorgung und der Schaffung von billigen Arbeitskräften.

Die Familie, ein Hort der Sicherheit und Geborgenheit, wird immer weiter zersetzt.

Wieso bringt unsere Gesellschaft so viele “nicht funktionierende” junge Menschen hervor? Die Wahrheit will man sich nicht eingestehen. In einer Gesellschaft, in der weder Mutter noch Vater ausreichend Zeit für die Kinder haben und andere ständige Ansprechpartner in den Familien (z.B. Onkel, Oma in der Nähe) fehlen, fehlt unseren Kindern ganz einfach das Maß an Zuwendung, das sie für eine gesunde Entwicklung benötigen.
Wer will daran glauben, dass sich das Problem des qualizierten Nachwuchses künftig dadurch lösen lässt, dass mehr Karrierefrauen Kinder bekommen?

Wir nähern uns einem System-Kollaps, bei dem immer mehr Menschen auf der Strecke bleiben und ohne einen Coach oder Psychiater keinen Lösungsweg für sich finden.

Stimmen, die ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen fordern, mehren sich. Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre eine stille Revolution, in der die Menschen neue Lebenskonzepte entwerfen können. Die Angst, die Menschen könnten nichts mehr tun, ist unbegründet. Die Menschen tun immer etwas.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte für viele alte Menschen den Lebensabend im Kreise der Familie sichern, statt teure Heimplätze, bei denen es den Menschen an Zuwendung fehlt. Vielen Kindern würde es die Geborgenheit im Kreis ihrer Familie bescheren.
Und vielen Coaches ein neues Betätigungsfeld: Die Menschen dabei zu begleiten neue Lebensentwürfe zu finden und umzusetzen. Den Menschen zeigen, was ihre neue Freiheit bedeutet und was sie alles daraus machen können.

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