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Das neue Arbeiten

25. Februar 2012

Es gibt viele Definitionen für das neue Arbeiten. Die allgemein gebräuchlichste, die wir hier verwenden können, ist: „orts- und zeitunabhängiges Arbeiten.“
Ungeachtet der Tatsache, dass wir in einer modernen Zeit leben und uns oftmals als Meister der Technologie betrachten, sorgt dies dennoch für ein erhebliches Spannungsfeld. Das neue Arbeiten beinhaltet nämlich Zusammenarbeit und eine optimale, auf den Bedarf ausgerichtete Versorgung mit Informationen.

Das neue Arbeiten? Aber was ist dann das alte Arbeiten?

Was macht unsere heutige Arbeit eigentlich aus? Es geht so gut wie gar nicht mehr um greifbare Dinge, sondern um eine Vielzahl von Informationen, die verarbeitet werden müssen. Wo früher ein „Prozess” durch die schlichte Beobachtung eines physischen Elements zu verfolgen war, ist es heute nicht mehr ganz so deutlich. Manche Prozessabschnitte liefern in unserer heutigen Wissenswirtschaft nämlich absolut keine greifbaren Zwischenergebnisse.
Ferner wurden die erforderlichen Versuche unternommen, um möglichst viel Klarheit darüber zu erhalten, was wir tun und haben mit der erforderlichen Systemunterstützung versucht dazu beizutragen. Oftmals mit noch größeren Auswirkungen auf die Klarheit und die tatsächliche Arbeit. Die Tatsache, dass es dafür einen eigenen Begriff gibt: „die Verwaltungsorganisation” sagt mehr als genug!

Die Art in der Informationen präsentiert werden, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Maße wir uns gegenseitig damit versorgen, entscheidet darüber wie effektiv und effizient wir unsere Aufgaben erledigen können. In der Vergangenheit haben Entscheidungsprozesse häufig vor dem Hintergrund stattgefunden eigene Interessen zu schützen, indem wesentliche Informationen zurückgehalten wurden. Das Teilen von Wissen und Informationen ist nun einmal ein Mechanismus, den wir nicht sonderlich beherrschen, ganz einfach weil wir ihn nicht erlernt haben. Wir alle sind in einer Zeit aufgewachsen in der eine stark hierarchische Gesellschaft und ein ebensolches Arbeitsklima als normal betrachtet wurden und das wurde auch nicht hinterfragt. An Vertrauen in die Fähigkeiten und das Verantwortungsgefühl der eigenen Mitarbeiter waren und sind wir nicht gewöhnt, daher ist Führung in Anwesenheit der einzige Maßstab.

Neue Gesellschaft, neue Notwendigkeit

Unsere Gesellschaft hat sich verändert und befindet sich ständig in Veränderung. Das hat zu neuen Strömungen geführt. Das neue Arbeiten ist nämlich auch nicht mehr ganz neu und bereits seit einigen Jahren bekannt. Die Notwendigkeit dafür wird jedoch immer deutlicher.

Und worum geht es nun genau? Ebenso wie im Prozessmanagement ist das neue Arbeiten auf die ergebnisorientierte Steuerung ausgerichtet. Auf Grundlage des Prozessergebnisses wird die Qualität bestimmt und damit der Mehrwert.

Wir werden also anders über bestimmte Dinge denken müssen, um letztendlich unser Arbeitsweise zu verändern. Wir werden eine neue Definition finden müssen, die uns die Möglichkeiten bietet, ergebnisorientiert zu steuern. Fragen wie: „Welche Schritte sind erforderlich, um ein bestimmtes erwartetes Ergebnis zu erreichen?“ und „Wer sind die Beteiligten, was sind ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten, was übernehmen sie, wie und wann machen sie das?“ sind absolut berechtigt und müssen beantwortet werden. Häufig sind derart einfache Dinge nicht gut aufeinander abgestimmt, gerade weil wir ihre Wichtigkeit unterschätzen und es nicht für notwendig erachten diese Dinge festzulegen.

Das Schaffen von Einblicken und Klarheit ist eine der am häufigsten genannten Herausforderungen in Organisationen. Wenn wir zur Basis zurückkehren und uns ehrlich fragen, was tatsächlich erforderlich ist, um ein Produkt zu liefern oder eine Dienstleistung zu erbringen, können wir feststellen, dass wir alles viel zu kompliziert machen.  Das neue Arbeiten, das ist die Lösung.

LEAN

Das neue Arbeiten ist keine sanfte, neue Strömung. Das neue Arbeiten sagt lediglich aus, dass man versucht Aktivitäten möglichst effektiv aufeinander abzustimmen. Und das alle beteiligten Parteien möglichst effektiv miteinbezogen werden müssen. LEAN ist ein anderes Wort, das man hierfür benutzen könnte. Obwohl LEAN eine starke Assoziation mit Produktionsumgebungen weckt, können die LEAN-Prinzipien ebenso gut auf unsere Wissenswirtschaft übertragen werden.

Das neue Arbeiten ist auch kein Hype. Es wir wohl anders gehen müssen! In einer sich schnell verändernden Welt, in der scheinbar jeder bei diesem Wettrennen mitmachen muss, besteht die Herausforderung darin, das Gleichgewicht zu halten. Das Gleichgewicht, das bei vielen Organisationen (aber auch auf menschlicher Ebene) leicht gestört werden kann, da das Verständnis und die Übersicht fehlen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Auch beim Informationsaustausch ist es sehr hilfreich Prozesse als Ausgangspunkt zu nehmen. Wenn man davon ausgeht, dass Prozesse nichts anderes aussagen als „WER macht WAS und WIE“, sorgt das für Deutlichkeit und das ist sehr hilfreich. Für jeden ist es wichtig seine Rolle innerhalb des Prozesses oder die Tätigkeiten, in die man einbezogen ist, zu kennen. So kann dann auch die Versorgung mit Informationen sehr LEAN eingerichtet werden. Nämlich: Welche Information benötigt eine bestimmte Person, um eine bestimmte Aufgabe ausführen zu können?

Dazu müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass das Teilen von Wissen und der Austausch von Informationen uns selbst in eine schlechtere Position bringt, denn Zwei wissen mehr als Einer, Drei mehr als Zwei usw. Informationsaustausch sorgt dafür, dass alle Parteien klüger werden. Das Weitergeben von richtigen Informationen ist wesentlich, um auch sich selbst weiterzuhelfen.
 Der Austausch von Informationen ist nicht beängstigend, sondern grundlegend. Hierbei ist das Schaffen von Klarheit noch wichtiger. Wenn man weiß, was man selbst erwarten kann und auch was ein anderer erwarten kann, muss dafür keine zusätzliche Energie aufgewendet werden. Das neue Arbeiten also!

 

Unsere Gastautorin Ninja Lamberty ist Business Developer bei Springest.de, der Suchmaschine für persönliche Entwicklung, über die Sie rund 11.000 Weiterbildungen, Kurse & Seminare finden können.

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