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Jung, motiviert, mobil und arbeitslos – spanische Absolventen

28. Mai 2011

Händeringend sucht die deutsche Wirtschaft Fachkräftenachwuchs. Deutschland braucht Zuwanderer, liest man in der Presse und tönt es aus der Politik …

In Spanien beträgt die Jugendarbeitslosigkeit rund 45 %. Es scheint naheliegend, dass gerade in Spanien die Chancen Absolventen für deutsche Unternehmen zu rekrutieren besonders groß ist. Der XXL-Aufschwung ist auch in Spanien einige Artikel in der Presse oder eine Erwähnung im TV wert. Deutschland ist attraktiv für Spanier. Nicht nur deshalb, weil es hier gerade augenscheinlich viel mehr Jobs gibt.

Vielfach waren Eltern oder Familienangehörige bereits einmal in Deutschland und haben sich mit einigen Jahren Arbeit etwas in der Heimat aufgebaut. Die meisten von ihnen waren gerne hier. Einge Restaurantbesitzer, die ich in Spanien kennenlernte, freuen sich noch heute Deutsch zu sprechen und sich über „die alte zweite Heimat“ auszutauschen.

Auch heute leben noch viele Spanier hier in Deutschland. Es sind die Kinder und Enkel der ehemaligen Gastarbeiter, die sich hier mehr zu Hause fühlen, als in Spanien. Oder es sind die Gastarbeiter von damals, die hier bleiben, weil keins ihrer Kinder nach Spanien ziehen will. Sie wollen ihre Enkel aufwachsen sehen und nicht in der Heimat ohne „ihre Familie“ leben.

All das wissen die jungen Menschen in Spanien und sie wissen auch, dass sie hier in Deutschland in vielen Städten auf Landsleute treffen, dass es hier in Deutschland spanische Gastronomie gibt und in größeren Städten eine spanische Mission.

Aber wie willkommen sind den nun diese hochmotivierten jungen Spanier in der deutschen Wirtschaft?

Noch ist Deutsch als Fremdsprache in kaum einer spanischen Schule zu wählen und auch die Deutschkurse, die man freiwillig belegen kann, sind nicht überall im Angebot. Nur wenige Absolventen, die gerne hier in Deutschland arbeiten würden, sprechen Deutsch.
Englisch, häufig kein Problem. Deutsch wollen sie alle fleißig lernen, wenn sie die Chance erhalten, hier zu arbeiten. Spanier sind integrationsfähig und Spanier sind in der deutschen Bevölkerung durchaus gern gesehen.

Trotzdem ist die deutsche Wirtschaft hier noch sehr verhalten und hofft vielfach noch auf den „perfekten Kandidaten“. Jung, preiswert, ausgezeichnete Studienabschlüsse und jede Menge Praxiserfahrung. Neben fließenden Englischkenntnissen und wenn möglich weiteren Fremdsprachen, sollte er aber auf jeden Fall mit seinen Vorgesetzten und Kollegen „urdeutsch“ sprechen können. Globalisierung ist außen. In der Abteilung spricht man deutsch …Das Phänomen trifft man nicht nur in kleinen und mittelständischen Unternehmen, sondern durchaus auch in Abteilungen in Konzernen.

Für die jungen Spanier kommt oft erschwerend hinzu, dass in Spanien für ein Studium kaum Fachpraktika vorgeschrieben sind und die Wirtschaft mit den Hochschulen längst nicht so gut vernetzt ist. Ein Spanier hat es schwer, wenn er während des Studiums ein Praktikum im gewünschten Berufsumfeld absolvieren möchte. Wem es gelingt, der ergattert einen solchen Praktikumsplatz oft nur im Ausland und verbindet diese Zeit vielleicht gleich mit einem Auslandssemester.

So etwa Jaime, der mit 26 Jahren in diesem Jahr sein Studium als Chemie-Ingenieur in Madrid abgeschlossen hat. Er spricht ausgezeichnet Englisch. Kein Wunder. In seiner frühen Kindheit lebte er eine zeitlang in Florida. Vor 11 Jahren verbrachte er ein Jahr in Maryland und vor 7 Jahren ging er für mehr als ein halbes Jahr nach London und arbeitete dort als Sales Assistent.
Im Verkauf war er auch in Spanien mehrfach tätig.

Ein angehender Chemie-Ingenieur im Verkauf großer Kaufhäuser oder Modehäuser?

In diesem Moment sieht man förmlich das deutsche „Nase rümpfen“. Aber auch in Spanien möchten Studenten während ihres Studiums Geld verdienen und nicht von dem wenigen abhängen, was ihre Eltern vielleicht beisteuern können. In Ermangelung der Möglichkeiten als Werksstudent in einem Chemie-Unternehmen tätig zu werden, sind sich Spanier auch nicht zu schade im Verkauf zu arbeiten.

Aber Jaime ist ehrgeizig. Ein Jahr hat er in Norwegen studiert und kann in seinem CV auch mit den Projekten „CO2 Capture with NaOH“ und „CO2 Capture with MEA“ aufwarten.
Neben Windows Betriebssystemen und Office-Anwendungen ist er mit MATLAB, SMART PLANT, P&ID, ASPEN, HYSIS und AUTO CAD vertraut.

Jaime spricht kein Wort Deutsch, möchte es aber unbedingt bald lernen. Er hat im Internet nach deutschen Stellenangeboten recherchiert, was sich für ihn als sehr schwierig erweist, da die wenigsten in englisch verfasst sind. Aber er suchte weiter und fand: mich.
Stellenangebote finden ist eine Sache. Sie verstehen eine andere. Aber eine Personalberaterin in Deutschland mit einem spanischen Namen macht Hoffnung auf den richtigen Kontakt und er griff sofort zum Telefon.

Jaime ist kein Einzelfall. In den letzten drei Jahren habe ich nur selten in Spanien rekrutiert, aber immer noch erreichen mich Initiativ-Bewerbungen gerade von Ingenieuren oder Absolventen.

Chemie gehört nicht zu meinen Fachgebieten. Sicher zieht jeder Personalberater auch das an, was zu ihm, seinen Erfahrungen und seinen Interessen passt. Chemie gehörte nie dazu. In der Schulzeit hätte man es mit Schmunzeln als „sechs – setzen“ bezeichnet.
Ganz so schlimm war es natürlich nicht. Aber wie einige meiner Branchenkollegen habe ich heutzutage Schwerpunkte und die liegen bei mir im Umfeld IT, TK, Technik/Ingenieurwesen sowie Marketing und Vertrieb.  Beim Ingenieurwesen beschränkt es sich hier zu Jaimes Leidwesen auf die Luft- und Raumfahrt, Automotive, Maschinen- und Anlagenbau und den Bereich der Elektrotechnik.
Jaimes CV habe ich trotzdem aufgenommen. Neben meiner Tätigkeit als Personalberaterin bin ich auch verantwortlich für ein Karriere-Netzwerk, das eine Bewerberdatenbank mit Bewerbern in allen Karrierestufen verschiedenster Berufsbereiche aufbaut.

Für Unternehmen, hier besonders auch für kleinere und mittelständische Unternehmen, bietet das VIP CareerConcept neue Wege in der Personalbeschaffung.

Unternehmen, die Unterschiede als Bereicherung betrachten und interessiert sind motivierte Fachkräfte aus Spanien für ihr Unternehmen zu gewinnen, stehen das VIP CareerConcept oder die Search&Recruit Personalberatung als Ansprechpartner bereit.

Links:

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Ansprechpartner: Ria Garcia

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